Buddhismus & Shintoismus

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Ema (Votivtafel)

絵馬、えま

Ema ist eine kleine Votivtafel, die in Schreinen und Tempel erhältich sind. Auf den Tafeln kann man sich den Wunsch darauf schreiben und zu dem Gestell, wo viele anderen Ema's aufgehängt sind.

Das Zeichen «E oder 絵» bedeutet Zeichnung, das «MA oder 馬» steht für das Pferd.
Die Pferde waren schon immer eine grosse Hilfe als Arbeitskraft für die Menschen. Dafür opferte man den Göttern, das heisst den Schreinen die Pferde. Da jedoch die Opfergabe eine menge Pflege erfordert, ersetzte man später diese durch eine Votivtafel mit einem Pferd draufgemalt. Noch heute bekommt man echte Pferde, die als heilig angesehen werden, im Ise-Schrein zu Gesicht.

▶ Ise-Jingu

Ema (Votivtafel)
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Gohei (Zickzackpapier-Stab)

御幣、ごへい、 幣束、へいそく

Gohei oder Heisoku sind hölzerne Stäbe, an denen Papierstreifen befestigt sind. Sie finden Anwendung in diversen shintoistischen Ritualen wie z.B. die Reinigung (harai).

Die Stäbe aus Bambus selbst heißen Heigushi und die zwei Papierstreifen in Zickzackform (shide), die daran angebracht sind, sind meistens weiß. Ursprünglich wurden Stoffe als Symbole für Kleidung, als Opfer für die Götter (Kami) an den Heigushi Stab befestigt.

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Haraegushi oder Ōnusa (Hölzerner Stab für die rituelle Reinheit)

祓え串、はらえぐし、 大幣、おおぬさ、 

Ōnusa oder Haraegushi-Stab ist ein hölzerner Stab, verziert mit vielen Zick-Zack papierstreifen (Shide), der in shintoistischen Ritualen benutzt wird. Während eines riutellen Reinheitshandlung wird der Haraegushi-Stab hin und her geschwenkt.

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Inari-Jinja (Japanischer Schrein)

稲荷神社、いなりじんじゃ

Inari-Schrein, auch bekannt als Oinari-san ist eine Art eines shintoistischen Schreines. «Inari-Schreine» sind dem Inari-Gott gewidmet, dem Gott bzw. Göttin der Fruchtbarkeit, des Reises und der Füchse. Die Füchse sind Götterbote und stehen immer zu zweit, rechts und links vor einem Schrein. Sie haben oft eine Kugel, eine Schriftrolle, Reisähre, ein Kitz oder einen Schlüssel in der Schnauze. Die Kugel gilt für die Kraft der Seele, die Schriftrolle ist die heilige Schrift, die Reisähre für das Reichtum, das Babyfüchsen für den Kindersegen und der Schlüssel für das Entfalten der Kräfte. Am meisten zu sehen ist die Kombition mit der Kugel und der Schlüssel.

Der Hauptschrein und der grösste aller Inari-Schreine ist der Fushimi Inari-Taisha.

Inari-Jinja (Japanischer Schrein)
Ise jingu (Ise Schrein)

伊勢神宮、いせじんぐう

Ise Jingu ist ein Schrein in der Stadt Ise in der Präfektur Mie und ist der oberste Schrein aller Schreine in Japan.

Die Schreinanlage besteht aus zwei Hauptschreinen, dem Kotai Jingu Schrein (oder Naiku, der innere Schrein) und dem Toyouke Daijingu Schrein (oder Geku, der äussere Schrein). Der erstere verehrt die Sonnengöttin Amaterasu no Omikami und der zweitere die Göttin der Nahrung. Die beiden Schreine liegen sehr weit auseinander, so dass viele Besucher nur den inneren Schrein besichtigen. Jedoch wird offiziell mit dem Äusseren begonnen und danach der Innere besucht.

Ise Jingu ist eng mit der kaiserlichen Familie verbunden. Die Sonnengöttin (Amaterasu) ist nämlich auch die Schutzgöttin der Kaiserfamilien. Ausserdem wird besagt, dass der erste Kaiser Japans der Urenkel der Sonnengöttin ist.

 

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Ji-in, Jiin (Tempel)

寺院、じいん

Ji-in ist ein anderes Wort für Tera. Weitere Info finden Sie unter Tera.

Jingū (Schrein)

神宮、じんぐう

Aussprache:  Dschingū

Jingu ist die Titelbezeichnung eines Schreines. «Jin» bedeutet Gott und «gū» steht für den Palast. Wenn man von Jingū spricht, ist meistens der «Ise Schrein» gemeint.

Siehe auch:
▶ Ise-Schrein
▶ Jinja
▶ Inari-Jinja
▶ Hachimangū

Jingū (Schrein)
Jinja (Schrein)

神社

Aussprache: Dschindscha

Jinja ist das Haus der Götter. Man sagt, wenn die Götter vom Himel herabsteigen, verweilen sie in einem Jinja.

Die ursprünglichen Jinja sind meistens naturbelassen, das heisst, hergestellt aus reinem Holz, ohne jegliche Nägel oder sonstige Metalle. Die Architektur ist sehr schlicht und bescheiden. Das typische Merkmal sind die gekreuzte Stäbe auf dem Dach.
Erst nach der Verbreitung des Buddhismus im 7. Jhd. wurden Jinja auffälliger in Farbe und Form. Typscher Farb ist Scharlachrot. Die Farbe soll böse Geister abhalten.

Der Hauptschrein und der grösste aller Schreine ist der Ise-Schrein in Ise in der Präfektur Mie.

Siehe auch:

▶Ise-Schrein
▶Inari-Jinja

Jinja (Schrein)
Juzu (Gebetskette oder Mala)

 数珠、じゅず

Juzu oder Mala ist eine im Hinduismus und Buddhismus gebräuchliche Gebetskette. Sie besteht in der Regel aus 108 einzelnen Perlen, können aber auch 1080, 5, 42, 27, 21 oder 14 haben.

Die 108 Perlen verkörpern im japanischen Buddhismus die 108 weltlichen Begierden. Verwendet werden die Juzu von den buddhistischen Mönchen zum Zählen bei Wiederholungen der Mantras.

Juzu (Gebetskette oder Mala)
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Kami (Götter)

神、かみ

In Japan bezeichnet man Kami als die Götter sowohl in der shintoistischen als auch in der buddhistischen Religion. Es ist der Glaube und Ehrfurcht der Naturphänomenen.

Die Götter sind zahlenmässig unbegrenzt und können in verschiedenen Formen als Tiere, Bäume, Steine und abstrakte Wesen erscheinen. Für den Ausdruck unendliche Menge spricht man oft von Yaorozu no Kami was 8 Mio. von Götter bedeutet.

Die Götter segnen die Menschen, können sie jedoch auch verfluchen. Weil sie verfluchen, werden sie auch gefürchtet.

 

Komainu (Löwenhund)

狛犬, こまいぬ

Komainu sind Fabeltiere (Löwenhunde), die vor einem Schrein oder Tempel auf beiden Seiten sitzend als Wächterfiguren stehen. Ursprünglich wurden sie als Löwen aus China verbreitet. Da aber keine Löwen in Japan existieren, wurden mit der Zeit die Figuren mehr und mehr zu einem Hund geändert.

Komainu (Löwenhund)
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Omamori (Talisman)

お守り、おまもり

Als O-Mamori (Talismane) bezeichnet man die kleinen bestickten Stoffbeutel, die in Japan sowohl in Shinto-Schreinen (Jinja) als auch in buddhistischen Tempeln (Tera/Otera) verkauft werden.

O-Mamori sind für alle denkbaren Lebenssituationen erhältlich: Gesundheit, hohes Alter, Glück in der Liebe, glückliche Ehe, Erfolg im Geschäftsleben, komplikationsfreie Schwangerschaft, Bestehen von Examen und unfallfreies Autofahren etc.

Der Beutel beinhaltet meistens eine lose Papierstreife O-Fuda und darf nicht geöffnet werden. Nach einem Jahr bzw. an Neujahr verliert der Talisman seine Wirkung und sollte in Tempeln oder Schreinen verbrennt und neu ersetzen werden.

 

 

Omamori (Talisman)
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Shakuhachi (Bambusflöte)

尺八、しゃくはち

Shakuhachi ist eine japanische Bambuslängsflöte. Ursprünglich wurde sie im 8. Jahrhundert aus China eingeführt und entwickelte sich dann im 17. Jahrhundert zu einem Meditationsinstrument für buddhistische Mönche der Fuke-shū Sekte. Sie nutzten die Shakuhachi zu einem religiösen Werkzeug (hōki) und bildeten den Mittelpunkt von Meditationsübungen. Im Zuge der Meiji-Restauration (Modernisierung Japans) wurde 1871 die Fuke-Sekte verboten, und damit auch das Spielen der Shakuhachi zu religiösen Zwecken.
Da aber die Meisterspieler nicht auf ihren Lebensunterhalt verzichten wollten und konnten, haben sie schliesslich Shakuhachi im Sankyoku-Ensemble (drei Melodien) zusammen mit anderen Instrumenten wie Koto und Shamisen Eingang in die höfische Musikkultur gefunden, das heute noch sehr bekannt und beliebt ist.

 

Shakuhachi (Bambusflöte)
Shide (Zickzackpapier)

紙垂, 四手、しで

Shide ist ein zickzackförmige Papierstreifen das oft an Shimenawa-Seilen oder Tamagushi-Zweig, oder Goheistab, Haraegushi stab angebracht und in Shinto Ritualen verwendet werden.

Shimenawa (Götterseile)

絞め縄、しめなわ

Shimenawa sind shintoistische Seile unterschiedlicher Stärke und Länge, meist aus geflochtenem Stroh. Sie werden oft um einen Bäume oder Felsen gebunden oder als dekoratives Element auf Torii oder Schreingebäuden angebracht.

Die Seile trennen die Welt der Götter (Kami) von der diesseitigen Welt und sollen die göttlichen Kraft symbolisieren.

 

 

Shintō (Urreligion der Japaner)

 神道、しんとう

Shintō oder Shintoismus ist die Urreligion der Japaner und bedeutet «Weg der Götter». Shintō besteht aus vielen religiösen Kulten und Glaubensformen, die sich an die einheimischen japanischen Gottheiten (Kami) richten. Diese Gottheiten können eine Form von Tieren, Naturgegenständen und abstrakte Wesen haben. Shintō ist sehr Naturbezogen, wird deshalb auch als die animistische Religion bezeichnet.

Die Verehrungsstätte, so zusagen das Haus der Götter, sind die Shintō-Schreine. Der Grosse Ise-Schrein in der Präfektur Mie steht an der Spitze der Schreinhierarchie.

Der japanische Kaiser, Tennō als religiöse Führungsrolle hat zwar heute nur noch eine nominelle Bedeutung, dennoch spielt er eine wichtige Rolle in der Shinto und gilt als Oberhaupt dieses Religions. In der Ära des Nationalismus vor dem Zweiten Weltkrieg erreichte er ihren Höhepunkt. Dem Tennō wurde damals ein göttlicher Status zugeschrieben. Man sprach in diesem Zusammenhang auch von Staats-Shintō.

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Tamagushi (Zweig eines Sakakibaumes mit Papierschmuck)

玉串、たまぐし

Tamagushi (Juwel am Spiess) ist ein Zweig eines Sakaki-Baumes, geschmückt mit Shide-Papierstreifen und wird als eine shintoistische Opfergabe, besonders bei japanischen Hochzeiten, Beerdigungen und andere Zeremonien in den Schreinen, von den Priestern (Kannushi) an die Götter dargebracht. 

Tera / Otera (Tempel)

お寺、寺、てら

Tera ist eine Anlage, wo buddhistische Mönche wohnen und ihre täglichen Gebete und Zeremonien praktizieren.

Tempelanlagen bestehen oft aus den folgenden Gebäuden.

  • Haupthalle (本堂) oder Goldene Halle (金堂): Hier befindet sich das Hauptheiligtum, die Buddha Statue
  • Glockenpavillon (鐘楼)
  • Lehrhalle (講堂): Hier versammeln sich die Mönche, um sich Wissen anzueignen, zu meditieren, Riten auszuführen.
  • Mönchsdormitorium (僧坊)
  • Pagode (): Die Pagode ist eine Abwandlung eines Grabhügels (Stupa). Hier werden Reliquien des Buddhas aufbewahrt und deshalb für die Öffentlichkeit meist nicht zugänglich.
  • Tor (): auf das Tempelgelände können ein oder mehrere Tore führen.
  • Wirtschaftsräume und Speisesäle (食堂)
  • Friedhof: Die Mönche pflegen das Grab.

Ursprünglich war der Tempel eine einfache Unterkunft für wandernde Mönche, die unterwegs Schutz vor dem Regen suchten.

Tera / Otera (Tempel)
Torii (Tor von einem Schrein)

鳥居

Torii ist das Eingangstor zum Shintoistischen Schrein. Sie hat zwei Säulen auf der Seite und einen oder zwei Querbalken darüber. Seltener stehen die Säulen wiederum auf 3 beinige säulen. Das Material des Torii-Tors besteht aus Stein, Holz. Manchmal ist auch scharlachrot bemalt.

Betritt man diese Torii-Tor steht man auf dem heiligen Boden.

Torii (Tor von einem Schrein)