15. Juni 2015

 

Guten Tag Shin-chan

Wusstest du, dass ein Japaner durchschnittlich 180 Liter, respektive 150 kg, Reis pro Jahr verzehrt? Das enspricht pro Tag ca. 3 Schalen  Reis!

«Das tägliche Brot» ist in Japan der Reis. Darum gilt es auch als ein Hauptgericht (Shushoku). Alles andere, wie Fleisch, Fisch und Gemüse gelten in Japan als Beilage. Bei einer Bestellung sagt man nicht Fisch mit Reis, sondern Reis mit Fisch. Wobei der Reis schon gar nicht mehr erwähnt wird, denn er ist ja in den Menüs meistens schon inbegriffen.

Der Reis war schon immer ein wichtiges Hauptnahrungsmittel. Er war so wichtig, dass man das  Reisproduktionsvolumen als Vermögenseinheit benutzte. Ein Reissack mit 150 kg Reis 1 Koku genannt. Je mehr Reis jemand besass, desto reicher war er. Tokugawa Ieysasu, der Reichseiniger und Shogun im 17. Jhdt. besass ca. 8 Millionen Koku und war der reichste in Japan! Er hätte damit 8 Millionen Menschen ein Jahr lang ernähren können.

Heute benutzt man im allgemeinen Gō als Reiseinheit. 1 Gō entsprechen 150 g Reis und wird oft beim Reiskochen verwendet. Ein voller Becher (150 g) das in den Reiskocher beigefügt wird reicht für eine Mahlzeit für 1 - 2 Personen.

Wieder zurück in die Vergangenheit möchte ich noch hinzufügen, dass die Reisanbauer damals sehr geschätzt wurden, denn ohne sie konnte man nicht überleben, vor allem auch die Fürsten nicht. So setzte man zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert eine soziale und wirtschaftliche Rang-Ordnung fest: An erster Stelle war der Schwertadel, dann folgte die Landwirtschaft (!), das Handwerk und zuletzt der Handel (shinokosho).

Ein Leben ohne japanischen Reis ist für Japaner unvorstellbar. Bei manchen gehört der Reiskocher und der Reis sogar während einer Europareise in den Koffer.