Freitag, 10. Januar 2014

Geisha, Maiko und Oiran

Grüezi Shin-chan

Hast du schon mal eine echte Geisha gesehen? Ich leider noch nicht.

Du denkst jetzt sicher, warum ausgerechnet ich noch nie eine Geisha gesehen habe. Naja, eine echte Geisha zu Gesicht zu bekommen, ist selbst für Japaner schwierig. Denn um eine traditionelle Geisha zu sehen, muss man «sehr sehr sehr» gute und spezielle Beziehungen haben, ähnlich wie wenn man bei einem Anlass eines geschlossenen Elitärklubs dabei sein möchte. Für Touristen sind üblicherweise nur «Maiko» zu sehen. Maikos sind noch in Ausbildung. In Kyoto trifft man sie sehr oft.

Ach, und wie du sicherlich weisst, die Geisha sind keine Prostituierten. Das wird nämlich oft im Westen missverstanden.

Apropos Geisha spricht man in Japan nicht «Gaisha» mit «ai», wie man das in Deutsch liest, sondern «e-i» aus. Das Wort Geisha besteht aus zwei Schriftzeichen, nämlich, 芸 (ge-i) für die Kunst und 者 (sha) für Personen. Es bedeutet, eine Personen, die unterhaltet.

Arme Eltern verkauften im Mittelalter ihre Töchter an Geisha-Häuser, damit sie nicht hungern mussten. In der Tat, das Essen und Schlafen wurde ihnen zugesichert, jedoch mussten sie einer harten Ausbildung unterziehen. Sie lernten japanische Instrumente zu spielen, japanische Tänze, sowie die kunstvolle und perfekte Manieren zu beherrschen. Die Kleidung ist übrigens auch ein wichtiger Bestandteil dieses Berufes. Aber letztendlich muss die Unterhaltung mit den Gästen vollkommen sein.

Als die Amerikaner nach dem zweiten Weltkrieg nach Japan kamen, wurden die «Geishas» als  Prostituierte gehalten. Und so gab eine Zeitlang Pseudo - Geishahäuser, wo die Unterhaltung der Frauen in leicht zu öffnende Kimonos beschränkte, um Geld zu verdienen. Aber die traditionelle Geisha hat nichts mit der Prostitution zu tun.

Die japanische traditionelle Kurtisane heisst auf japanisch «Oiran». Sie existieren aber heute nicht mehr. Sie unterschieden sich bezüglich zu den Geishas, in Haarschmuck, bunte Kimonos, Schminke, Schuhe und die Masche des Obis, das vorne getragen wurde.

Naja, das westliche Geisha-Klischée achtet nicht auf solche kleine Unterschiede (woher sollen sie das auch wissen) sondern sieht nur den exotischen Kimono mit breiten Gurt, weissem Make-up und kunstvoll aufgesteckte, geschmückte Harre. Aber es sind doch zwei verschiedene Paar Schuhe.

Kannst du auf dem Bild oben erkennen, wer die Geisha, Maiko und Oiran ist?

Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!

 


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